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Nvidia stockt Aktienrückkauf um 150 Milliarden auf 235 Milliarden Dollar auf

Der Chipkonzern darf nun Aktien für 235 Milliarden US-Dollar zurückkaufen; die Aufstockung ist die größte, die je ein Unternehmen beschlossen hat. Zugleich sagt Nvidia eine Milliarde Dollar für die US-Forschung zu, die Bewertung der Aktie liegt auf einem Zehnjahrestief.
Symbolfoto: die Fassade eines Bürogebäudes im Finanzviertel.

Nvidia hat am 28. September die Genehmigung für Aktienrückkäufe um 150 Milliarden US-Dollar aufgestockt. Nach Angaben des Unternehmens stehen damit insgesamt 235 Milliarden US-Dollar für Rückkäufe zur Verfügung, die bis zum Ende des Geschäftsjahres 2028 eingesetzt werden sollen. Nvidia bezeichnet die Erhöhung als die größte Aufstockung einer Rückkaufgenehmigung in der Geschichte. Vorstandschef Jensen Huang begründete den Schritt mit einem Plattformwechsel hin zu künstlicher Intelligenz und beschleunigtem Rechnen, der dem Konzern die Mittel verschaffe, sowohl in neue Technologien zu investieren als auch Kapital an die Aktionäre zurückzugeben.

Zur Einordnung der Größenordnung verweist Reuters auf Apple, dessen Rückkaufgenehmigung von 110 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 bislang als Rekord galt. Erst im Mai hatte Nvidia ein Programm über 80 Milliarden US-Dollar angekündigt. Die Aufstockung um 150 Milliarden US-Dollar übersteigt laut Daten von LSEG den Börsenwert von rund 84 Prozent der im S&P 500 enthaltenen Unternehmen. Zum Ende des Juli-Quartals verfügte Nvidia nach Reuters-Angaben über Zahlungsmittel von 22,44 Milliarden US-Dollar; die Rückkäufe sollen aus dem laufenden Mittelzufluss finanziert werden.

Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der die Aktie hinter anderen Halbleiterwerten zurückbleibt. Bis zum vorangegangenen Freitag hatte das Papier seit Jahresbeginn gut 20 Prozent gewonnen, etwa im Gleichschritt mit dem Nasdaq 100, während sich der Kurs von AMD im selben Zeitraum mehr als verdoppelt und der von Intel mehr als verdreifacht hatte, wie Reuters berichtet. Am Tag der Mitteilung legte die Nvidia-Aktie um mehr als 2 Prozent zu. Mit dem 16,5-Fachen des für die kommenden zwölf Monate erwarteten Gewinns ist die Aktie laut LSEG so niedrig bewertet wie seit Januar 2015 nicht mehr; der Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre liegt bei einem Vielfachen von 30.

Für das Geschäftsjahr 2028 hatte Nvidia im August ein Umsatzwachstum von rund 70 Prozent in Aussicht gestellt. Marktbeobachter lesen den Rückkauf unterschiedlich. Jacob Bourne vom Analysehaus Emarketer sieht darin laut Reuters ein Signal des Vertrauens in die Dauerhaftigkeit der Nachfrage, gibt aber zu bedenken, dass der Ausbau der KI-Infrastruktur nicht ewig im heutigen Tempo weitergehen werde. Ben Barringer von Quilter Cheviot erkennt Parallelen zum Vorgehen von Apple, das Rückkäufe nutzte, um den Kurs in einer Phase nachlassenden Wachstums zu stützen. Beobachter verweisen zudem auf den schärferen Wettbewerb bei KI-Chips.

Am 8. Oktober legte Nvidia nach und sagte in Washington zu, über fünf Jahre eine Milliarde US-Dollar für die Wissenschaft in den USA bereitzustellen. Die Mittel fließen nach Angaben des Unternehmens in Forschungseinrichtungen an Hochschulen, in Quantencomputing und in Cloud-Anbieter, die Aufgaben für die US-Regierung übernehmen. Nvidia baut zudem für das Energieministerium den größten Forschungsrechner am Argonne National Laboratory und unterstützt sieben neue Systeme in Argonne und Los Alamos im Rahmen der Genesis Mission, einer Initiative des US-Energieministeriums.

Für deutsche Anleger, die Nvidia über Xetra oder Tradegate handeln, ist das Programm vor allem ein Hinweis darauf, wie der Konzern im Zentrum des KI-Ausbaus seine Mittel verwendet. Aufschluss über die Nachfrage liefert die Lieferkette: Der Auftragsfertiger TSMC, der Nvidias Prozessoren produziert, meldete am 8. Oktober für das dritte Quartal einen Umsatzsprung von 50,9 Prozent auf rund 1,49 Billionen Taiwan-Dollar und übertraf damit das obere Ende seiner Prognose. Die vollständigen TSMC-Zahlen folgen am 15. Oktober, der Ausrüster ASML berichtet am 14. Oktober.

Die beiden Termine in dieser Woche liefern die nächsten Datenpunkte zur Auslastung der KI-Wertschöpfungskette. Einen Termin für den eigenen Quartalsbericht hat Nvidia in den Mitteilungen nicht genannt. Zu beobachten bleibt außerdem, in welchem Tempo der Konzern das Rückkaufvolumen tatsächlich abruft; Reuters weist darauf hin, dass die Aktienrückkäufe insgesamt zwischen Juli und dem 23. September um rund die Hälfte zurückgegangen sind.

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Die Zahlen entsprechen den Angaben der genannten Quellen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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