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Dax schließt Woche bei 25.102 Punkten: Telekom bricht nach SpaceX-Deal ein

Der Leitindex beendete die Handelswoche mit einem Minus von rund 0,5 Prozent, nachdem er am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit Juli gefallen war. Ölpreis und Anleiherenditen gaben den Takt vor, am Freitag kam ein Kurssturz bei der Deutschen Telekom hinzu.
Symbolfoto: Handelsbildschirme mit Kurscharts.

Der Dax hat die Handelswoche am Freitag, dem 9. Oktober, mit einem Schlussstand von 25.102,34 Punkten beendet, ein Tagesgewinn von 1,19 Prozent. Auf Wochensicht blieb dennoch ein Minus von rund 0,5 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom 2. Oktober bei 25.231,20 Punkten. Dazwischen lag ein deutlicher Rückschlag: Am Donnerstag war der Index laut dpa-AFX zeitweise unter 24.800 Punkte gerutscht, den tiefsten Stand seit Ende Juli, und hatte bei 24.806,97 Punkten geschlossen. Von den Rekordständen oberhalb von 26.500 Punkten, die der Index im August erreicht hatte, ist er damit mehr als fünf Prozent entfernt.

Die Richtung gaben in dieser Woche nicht die Unternehmen vor, sondern zwei Marktpreise: Öl und Anleiherenditen. Am Donnerstag trieben Berichte über mögliche neue US-Angriffe auf den Iran vor den Zwischenwahlen den Ölpreis nach oben und belasteten die Aktienmärkte. Noch vor Handelsbeginn am Freitag wies US-Präsident Donald Trump Berichte über einen unmittelbar bevorstehenden Angriff zurück, die Ölpreise fielen, und die Erholung setzte ein. Brent kostete am Freitagmorgen laut dpa-AFX 102,79 Dollar je Barrel. Andreas Lipkow von CMC Markets hatte am Donnerstag erklärt, größere Aktienkäufe seien kaum zu erwarten, solange weder bei den Energiepreisen noch bei den Renditen Entspannung eintrete.

Der zweite Belastungsfaktor war der Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen lag nach Daten der Bundesbank am Donnerstag bei 3,54 Prozent und am Freitag bei 3,50 Prozent, die zehnjährige US-Staatsanleihe rentierte laut US-Finanzministerium zum Wochenschluss mit 5,24 Prozent. Hinzu kamen wachsende Risikoaufschläge für französische Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen angesichts der Haushaltslage in Paris. Mark Haefele, Anlagechef der UBS, zeigte sich laut dpa-AFX dennoch unbesorgt: Er sehe keine Anzeichen einer unmittelbar bevorstehenden Finanzierungskrise und erwarte, dass europäische Aktien moderat höhere Renditen verkraften könnten.

Am Freitag kam ein Einzelwert hinzu, der den Markt überlagerte. Die Aktie der Deutschen Telekom notierte am Freitagnachmittag laut MS Aktuell mit 24,83 Euro um 7,45 Prozent unter dem Vortagesschluss und war schwächster Dax-Wert. Auslöser war die Nachricht, dass SpaceX dem Finanzinvestor Grain Management ein landesweites US-Mobilfunkspektrum im 800-Megahertz-Bereich abkauft, wie die Börsen-Zeitung berichtet. Die niederfrequenten Lizenzen sollen den Satellitenmobilfunk von Starlink ergänzen, der Verbindungen direkt zum Smartphone herstellen will. Finanzielle Details wurden nicht genannt, die Genehmigung der US-Regulierungsbehörde FCC steht noch aus.

Für die Telekom ist der Vorgang relevant, weil ihre US-Tochter T-Mobile US den Großteil des Konzernwerts ausmacht. Die T-Mobile-Aktie hatte laut Reuters bereits am Donnerstag an der Nasdaq rund sieben Prozent verloren, AT&T und Verizon gaben nachbörslich 6,6 und 5,7 Prozent nach. Anleger fürchten einen Preiskampf im gesättigten US-Mobilfunkmarkt, sobald ein kapitalstarker Satellitenbetreiber mit eigenem Spektrum antritt. Auch europäische Telekomwerte wie Vodafone, Orange und Telefónica standen am Freitag unter Druck.

Die Halbleiterwerte schwankten mit der KI-Debatte. Am Donnerstag verlor Infineon 3,4 Prozent, im MDax fielen Siltronic und Aixtron um je 4,1 Prozent und Elmos um 5,3 Prozent, nachdem ein Bericht der Financial Times über geringere Umsätze bei OpenAI die Rentabilität der KI-Investitionen in Frage gestellt hatte. Eine Woche zuvor hatte Infineon mit einem Plus von 8,8 Prozent noch den Dax angeführt, als eine Chip-Rally in den USA den Nasdaq 100 auf ein Rekordhoch getrieben hatte. Die Branche bleibt damit der Taktgeber für die Risikoneigung, in beide Richtungen.

Unter den Nebenwerten fielen am Donnerstag vor allem Zulieferer auf. Aumovio verlor als schwächster MDax-Wert 8,8 Prozent, nachdem der französische Zulieferer OPMobility sein Ergebnisziel für 2026 gesenkt hatte; Norma Group gab im SDax 5,3 Prozent nach. Continental hielt sich mit minus 3,1 Prozent dank einer Hochstufung durch Bernstein vergleichsweise stabil. Jungheinrich büßte nach einer Abstufung durch die Bank of America 5,6 Prozent ein, und Indus Holding, die eine Woche zuvor noch den höchsten Stand seit 2019 erreicht hatte, verlor 7,3 Prozent. Der MDax schloss die Woche bei 30.006,61 Punkten.

In der neuen Woche verlagert sich der Blick nach Übersee. Am Dienstag eröffnen JPMorgan, Goldman Sachs, Citigroup und Wells Fargo die US-Berichtssaison, am Mittwoch folgen die US-Verbraucherpreise für September sowie Bank of America und Morgan Stanley, am Donnerstag legt der Chipauftragsfertiger TSMC Zahlen vor. In Deutschland veröffentlicht Destatis am Dienstag die endgültige Inflationsrate für September; die ersten Dax-Konzerne berichten mit der Deutschen Börse am 20. Oktober und SAP am 21. Oktober.

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Die Zahlen entsprechen den Angaben der genannten Quellen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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